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Projekt Measures

Leitung: Prof. Dr. Inga Holube, Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven


Thema:

Optimierung und Festlegung sinnvoller Standards der Hörgeräte-Messtechnik

Beschreibung:

Die aktuelle Praxis der elektroakustischen Evaluationen von Hörsystemen ist geprägt von den in DIN IEC 60118 standardisierten Verfahren. Diese sind motiviert durch die Erfahrung mit einfachen, zumeist analogen Hörgeräten, die eine einfache Form von Nichtlinearität aufweisen können, nämlich eine sogenannte AGC, die eine signalpegel-abhängige Verstärkung implementiert. Die aktuell immer noch gültigen Standards berücksichtigen dagegen nicht die in modernen Geräten zur Verfügung stehenden Signalverarbeitungsalgorithmen. Zu diesen gehören u.a. mehrstufige Kompressionskennlinien, variable Kompressionszeitkonstanten, Störgeräuschunterdrückung, signalklassifikationsabhängige Verstärkungsregelung, adaptive Richtmikrofone und Rückkopplungsunterdrückung. Die Weiterentwicklung der Hörgerätemesstechnik im Hinblick auf die nichtlineare Verarbeitung in modernen Hörgeräten wurde von verschiedener Seite wiederholt gefordert, ist jedoch bisher noch nicht erfolgt.

Deshalb wurde im vergangenen Jahr (Oktober 2002 - September 2003) innerhalb des Kompetenzzentrums HörTech von Prof. Dr. Inga Holube unter Mitarbeit von Dipl.-Phys. Rainer Blum ein Forschungsprojekt zum Thema "Entwicklung eines Messverfahrens für nichtlineare digitale Hörgeräte basierend auf dem Modulationsspektrogramm" bearbeitet. Dieses Projekt wurde neben HörTech maßgeblich von der Forschungsgemeinschaft Deutscher Hörgeräte-Akustiker (FDHA) und der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven finanziert.

Innerhalb dieses Forschungsprojektes wurde ein neuartiges Messverfahren basierend auf dem Modulationsspektrogramm entwickelt. Mit verschiedenen kommerziellen Hörgeräten in unterschiedlichen Einstellungen wurden Erfahrungen gesammelt, inwiefern sich die Modulationstransferfunktion in Abhängigkeit von der Dynamikkompression verändert. Diese Untersuchungen stellen einen ersten Schritt in Richtung auf die Entwicklung eines Messverfahrens dar, das die Eigenschaften des auditorischen Systems berücksichtigen und die Beurteilung von nichtlinearen Signalverarbeitungsalgorithmen anhand ihrer Auswirkungen auf verschiedene Analyseparameter erlauben soll. Der vollständige Bericht über dieses Forschungsprojekt kann gegen eine Aufwands-Gebühr von der FDHA, Hohenzollernring 2 - 10, 50672 Köln, bezogen werden.

Die erfolgversprechenden Untersuchungsansätze sollen in einem Anschlussprojekt weiterentwickelt werden. Dazu wurde Prof. Dr. Inga Holube und Prof. Dr. Martin Hansen eine zweijährige Förderung durch die Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen (AGIP) genehmigt. Ziel dieses Projektes ist weiterhin die Entwicklung von elektroakustischen Messverfahren für nichtlineare digitale Hörgeräte.

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