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Projekt Models

Leitung: Dr. Thomas Brand, Universität Oldenburg


Thema:

Modell-basierte Ansätze zur Verbesserung der Hördiagnostik und Hörgeräteanpassung

Beschreibung:

Das gesunde menschliche Gehör hat die erstaunliche Fähigkeit, Sprache auch in lauten Umgebungen zu verstehen, wenn Geräusche und störende Sprecher aus verschiedenen Richtungen erklingen (z.B. in Bahnhofshallen oder bei Festlichkeiten). Leider haben gerade Schwerhörende in solchen Situationen die größten Probleme, Sprache zu verstehen.

Die von HörTech angebotenen audiologischen Messverfahren (z.B. der Oldenburger Satztest) bieten die Möglichkeit, dieses Handicap bei einzelnen Schwerhörenden schnell und präzise zu erfassen. Dies kann sehr wichtig sein, um die optimale Einstellung eines Hörgerätes zu finden. Bisher hatten die audiologischen Messverfahren jedoch noch gewisse Nachteile. So war z.B. das Störgeräusch etwas unrealistisch. Im HörTech Teilprojekt II (Modelle) wurden neue Verfahren entwickelt, mit denen sehr viel natürlichere Sprache-Störgeräusch Situationen nachgebildet werden können. So kann mit den Methoden der virtuellen Akustik sowohl das Störgeräusch als auch die zu verstehende Sprache über Kopfhörer scheinbar aus verschiedenen Richtungen und Entfernungen dem Patienten vorgespielt werden. Dabei kann auch der Raumklang (Hall) realistisch nachgebildet werden. Diese Verbesserung der audiologischen Messtechnik stellt den HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin jedoch vor das Problem, die Ergebnisse der neuen Verfahren richtig zu deuten.

Hier setzt eins der im HörTech Teilprojekt II (Modelle) entwickelten Modelle an: Die binaurale Vorhersage des Sprachverstehens ist in der Lage, das zu erwartende Sprachverstehen einer schwerhörenden Person in nahezu beliebigen akustischen Bedingungen (Richtung und Anzahl der Störgeräusche, Halligkeit des Raumes) vorherzusagen. Der HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin kann nun das Ergebnis der audiologischen Messung (z.B. 50% verstandene Sätze, bei 75 Dezibel Störlärm von der linken Seite in einem sehr halligen Raum) mit der Vorhersage in genau dieser Situation vergleichen. Weichen Messergebnis und Vorhersage voneinander ab, ist dies ein Hinweis darauf, dass nicht nur das Ohr, sondern auch die neuronale Verarbeitung des Schalls im Gehirn beeinträchtigt ist. Dies kann auf ernste Erkrankungen hinweisen. Dieses Verfahren kann außerdem Aufschluss darüber geben, ob für eine(n) individuelle(n) Patienten/in ein Hörgerät ausreicht, oder ob zwei Hörgeräte entscheidende Vorteile bringen.

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