HörTech gGmbH
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Die Entwicklung und Bereitstellung von Medizinprodukten ist ein komplexer Vorgang, an dem viele Akteure beteiligt sind. Oft kommt dadurch die Perspektive der zukünftigen Anwender (d.h. Ärzte und Klinikpersonal) zu kurz bzw. wird erst zu einem verhältnismäßig späten Zeitpunkt der Entwicklung berücksichtigt. Dies führt zu einem ineffizienten und z.T. auch ineffektiven Entwicklungsprozess. Gesamtziel des Vorhabens ist daher der Aufbau einer prototypischen klinischen Plattform zur Nutzerintegration bei der Entwicklung und Erprobung von innovativen Medizintechnologien.

Die Einführung von Cochlea-Implantaten bedeutete eine umwälzende Veränderung der Leben von hochgradig schwerhörenden und ertaubten Menschen.
Die Fähigkeit, die Informationen von beiden Ohren zu integrieren, ist ein kritischer Faktor für das Hörvermögen. Obwohl bilaterale Implantationen (d.h. unabhängige Implantate in jedem Ohr) dies zu einem gewissen Grad ermöglichen, fehlt hier jedoch die zeitliche Information, die für ein echtes binaurales (d.h. zweiohriges) Hören notwendig ist, völlig.

Die Audiologie-Initiative Niedersachsen bildet einen thematischen Brückenschlag zwischen der HNO-ärztlichen Kompetenz an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der audiologischen Kompetenz in Oldenburg. Inhaltlich teilt sich die Audiologie-Initiative Niedersachsen in verschiedene Arbeitsbereiche.

Die Universität Oldenburg ist europaweit führend auf dem Gebiet der Sprachtestbasierten Hördiagnostik, insbesondere im Bereich der Sprachverständlichkeitstests im Störschall. Neben den deutschsprachigen Testverfahren (Oldenburger Satztest, Oldenburger Kinder-Reimtest, Oldenburger Kinder-Satztest, Göttinger Satztest, Oldenburger Kinder-Satztest) wurden im Rahmen des europäischen Hearcom-Projektes mehrere fremdsprachliche Varianten dieser Tests (englisch, französisch, niederländisch, polnisch, schwedisch) zusammen mit europäischen Partnern entwickelt und auf der Oldenburger Messstation implementiert.

Da Sprache und Geräusche zentrale Elemente der zunehmend kommunikationsorientierten Gesellschaft sind, müssen viele Menschen im täglichen Leben Einschränkungen aufgrund eines Hörverlustes hinnehmen. In der Regel sind die kommunikativen Bedingungen auf Erwachsene, Muttersprachler und normalhörende Menschen ausgerichtet.

Das am 1.Januar 2008 gestartete Verbundprojekt hat daher das Ziel eine konsequente Umsetzung von Modellen aus der Forschung unterschiedlicher Fachdisziplinen (z.B. Elektroakustik, Psychoakustik, Hörphysiologie, Individualpsychologie, Audiologie, Hörgeräteakustik) und Anwendungsdomänen (z.B. Raumakustik, Sprachverarbeitung, Audiotechnik, Hörgeräte-Technik und Hörgeräteanpassung, Marketing) in Algorithmen und Anpassverfahren innovativer technischer Hörgeräte zu realisieren, um den verschiedenen Anforderungen der hörgeschädigter Menschen zu entsprechen.