HörTech gGmbH
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Der „Cocktailparty-Effekt“ beschreibt die Fähigkeit von hörgesunden Menschen, sich auf einen bestimmten Sprecher zu konzentrieren und andere Geräusche zu unterdrücken. Vielen Hörgeschädigten fehlt diese Fähigkeit oder sie ist nicht mehr ausreichend ausgeprägt. Moderne Hörhilfen können zwar sehr gut Nutzschall von Störgeräuschen trennen, sie wissen aber in „Cocktailparty-Situationen“ nicht, welches das Nutzsignal ist, weil Informationen darüber fehlen, welchem Sprecher die Hörhilfe gerade folgen soll. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts  „mEEGaHStim – Mobile EEG-basierte Hirnstimulation zur Verbesserung des Hörens“ soll Abhilfe geschaffen werden.

Ziel des am 01. April 2017 gestarteten Projektes ist es, ein System zu entwickeln, das für Hörgeschädigte die Sprachverständlichkeit in komplexen Situationen verbessert und automatisch das Signal derjenigen Quelle hervorhebt, auf die sich der Nutzer gerade konzentriert. Dies soll durch eine Kombination von Elektroenzephalografie (EEG), Audiosignalverarbeitung und Elektrostimulation des Hörzentrums des Gehirns erreicht werden. Das Gesamtsystem ist eine am Kopf getragene Hörhilfe, die mittels eines Brain-Computer-Interfaces Informationen aus dem EEG-Signal in das System rückkoppelt und somit ermöglicht, den Hörprozess positiv zu beeinflussen. Auf diesem Wege erfolgt die direkte Interaktion mit dem Nutzer. Für Hörgeräteträger und Cochlea-Implantat-Patienten wird so das Hören deutlich erleichtert und eine verbesserte soziale Teilhabe und Rehabilitation ermöglicht.

Durch Ableitung neurophysiologischer Signale und gleichzeitiger Stimulation der Hörareale wird ein interaktives Brain-Computer-Interface mit Neurofeedback-Loop entwickelt, welches eine innovative Lösung für den in der Hörforschung seit langem bearbeiteten „Cocktailparty-Effekt“ darstellt.

Fördermaßnahme

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektpartner

  • neuroConn GmbH, Ilmenau (Verbundkoordinator)
  • Advanced Bionics GmbH, Hannover
  • Universität Oldenburg
  • HörTech gGmbH, Oldenburg
  • Universität Siegen
  • Fraunhofer IDMT, Oldenburg

Projektlaufzeit

April 2017 bis April 2020