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Software Phoniatrie

Untersuchungen des Stimmschalls spielen eine wichtige Rolle in der phoniatrischen Diagnostik, denn Krankheiten des Stimmapparates äußern sich vor allem durch Veränderungen des Stimmklanges: die Stimme klingt unrein bzw. "heiser". Die Beurteilung des Stimmklanges erfolgt heute noch überwiegend auditiv durch die untersuchende Person. Solche subjektiven Bewertungsverfahren ergeben jedoch oftmals uneinheitliche Urteile bei der Beurteilung durch verschiedene Untersucher. Zudem erfolgen die Klassifizierungen der Stimmgüte typischerweise auf recht grobstufigen Skalen. Automatische Verfahren dagegen haben die Vorteile, dass sie objektiv und reproduzierbar sind und auf kontinuierlichen Skalen erfolgen können. Das in Göttingen entwickelte und in [1] erstmalig vorgestellte, Computer gestützte Verfahren beschreibt die Stimmgüte - nach akustischer Signalanalyse - in einem zweidimensionalen Merkmalsraum, der von den beiden Komponenten Irregularität und Rauschen aufgespannt wird. Diese weitgehend voneinander unabhängigen Komponenten basieren auf akustischen Parametern (Jitter, Shimmer und mittlere Periodenkorrelation), die als Schwankungsmaße für Periodenlänge, -amplitude und -form dienen und zu gleichen Teilen in die Irregularitätskomponente eingehen. Ein weiterer Parameter beschreibt den Anteil pulsartiger versus rauschartiger Stimmanregung (Glottal-to-Noise Excitation Ratio = GNE, [2]) und quantifiziert daher die Rauschkomponente. In der grafischen Darstellung als Diagramm stellt die Irregularitätskomponente die x-Achse, die Rauschkomponente die y-Achse dar. Stimmen werden in diesem Diagramm umso weiter vom Ursprung entfernt abgebildet, je stärker sie gestört sind (siehe Bild links oben: Heiserkeitsdiagramme für drei verschiedene Stimmproben). Das Göttinger Heiserkeitsdiagramm eignet sich besonders zur Verlaufskontrolle und Dokumentation von Stimmrehabilitationen [3] (siehe Bild links unten: exemplarischer Therapieverlauf).

Das Göttinger Heiserkeitsdiagramm ist als Software erhältlich bei: Rehder/Partner GmbH.


Literaturhinweise:
[1] Michaelis, Strube, Kruse: "Multidimensionale Analyse akustischer Stimmgüteparameter". Aktuelle phoniatrisch-pädaudiologische Aspekte 1995:16-18
[2] Michaelis, Gramß, Strube (1997): "Glottal to noise excitation ratio - a new measure for describing pathological voices". Acustica / acta acustica 83:700-706
[3] Michaelis, Strube, Kruse: "Reliabilität und Validität des Heiserkeitsdiagramms". Aktuelle phoniatrisch- pädaudiologische Aspekte, 1996

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