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Sprache ist das wesentliche Medium für menschliche Kommunikation und steht im engen Zusammenhang mit dem HörenEine Einschränkung des Sprach-/Hörvermögens birgt für viele Betroffene das Risiko eines sozialen Rückzugs. Maßnahmen, die der Erhaltung oder Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit dienen, leisten damit einen Beitrag zur sozialen Inklusion.

Der Goldstandard in der Therapie hochgradig schwerhörender oder tauber Patienten ist die Versorgung mit einem sog. Cochlea-Implantat (CI), einer Hörprothese, die den Hörnerv unmittelbar elektrisch stimuliert. Nach Implantation eines CIs können Patienten wieder (oder überhaupt zum ersten Mal) Schall wahrnehmen. Um dem Patienten eine erfolgreiche akustische Kommunikation zu ermöglichen, muss das Hören von Sprache spezifisch (wieder) erlernt werden.

Menschen, die in jungen Jahren vor oder während dem Spracherwerb ertauben oder taub auf die Welt kommen, nehmen ihre eigene Stimme nicht so wahr, wie es Menschen mit gesundem Gehör tun. Da in der Sprachentwicklung dieses sogenannte auditorische Feedback der eigenen Stimme jedoch wichtig ist, um eine korrekte und gute Aussprache zu erzielen, ist es bei den betroffenen häufig so, dass sich durch die verzerrte Wahrnehmung der eigenen Stimme auch Ausspracheprobleme ergeben. CI-Patienten wird nach der Operation und Anpassung eine logopädische Therapie angediehen, um das eigene Sprechen ebenso zu üben wir das neue elektrische Hören. Der Therapieerfolg des Sprech- und Hörtrainings hängt entscheidend von der Qualität der Versorgung, aber auch der Motivation der Betroffenen ab.

Ziel des Projektes THERESIAH ist die Entwicklung eines digitalen Systems zum Hör- und Aussprachetraining als Therapie nach Versorgung mit CIs oder mit Hörgeräten für hochgradig Hörgeschädigte. Das System soll den Patienten die Möglichkeit bieten, selbstbestimmt und mit hoher Trainingsfrequenz Übungen z.B. zu Hause oder abseits der klinischen Therapiezeiten durchzuführen. Gleichzeitig werden behandelnde Ärzte und Logopäden in der (postoperativen) klinischen Therapie durch neue objektive Diagnosefunktionen unterstützt und durch die Protokollierung des Therapieverlaufs die Auswertung erleichtert. Das im Projekt zu entwickelnde digitale Gesamtsystem besteht aus Softwaremodulen zur Aussprachebewertung sowie zur Durchführung von Hör- und Sprechübungen, auf Basis eines PCs oder Tablet-PCs mit Hör-Sprechgarnitur und Anbindung eines Elektromyographen (EMG) sowie eines speziell darauf abgestimmten selbstadaptierenden Trainingsprogramms.

Fördermaßnahme

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektpartner

HörTech gGmbH (Dr. Jörg-Hendrik Bach, Dr. Markus Meis)

Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie - Fraunhofer IDMT (Dr. Stefan Goetze)

Evangelisches Krankenhaus Oldenburg (Dr. Andreas Radeloff)

Hochschule für Gesundheit Bochum (Prof. Kerstin Bilda)

Projektlaufzeit

Februar 2018 bis Januar 2021